Liste der Pfarrer von Rieden

Amtszeit Pfarrer
Bernhard Drittlmaier
Melchior Eisenmann
Thomas Hierl
Christoph Baumfelder
1655Simon Sigl
1663Jakob Koesler
1676Andreas Keßler
1696 – 1700Franz Kellais († 1700)
1700Petrus Heller († 1701)
1701Simon Probst († 1704)
1705Benedikt Sießmaier
1716Anton Magg († 1716)
1718Christoph Eberle
1731Josef Hilger
1749Anton Hiltmayer († 1764)
1765Anton Schad († 1788)
1788Georg Asum († 1796)
1796 – 1816Joseph Erlinger
1816 – 1830Georg Vötter
1830 – 1834Johann Koller
1834 – 1857Stephan Schlichtinger († 1857)
1858 – 1883Alois Baumann (Dekan; † 1883)
1883 – 1896Franz Xaver Kramer
1896 – 1905Wilhelm Luthe
1907 – 1923Karl Wunderer
1924 – 1930Edmund Schön
Ab 1930 hat Rieden keinen eigenen Pfarrer mehr,
die Seelsorger üben ihr Amt als Pfarrvikar aus.
1930Pfr. Rueß
1931 – 1937Pfr. Vogg
1937Pfr. Schönler
1938 – 1942Pfr. Betz
1942P. Hieronymus OSB (St. Stephan, Augsburg)
1942Pfr. Hartl
1956Pfr. Glöckler
1957 – 1967Pfr. Karl Pfenning (Pfr. in Laimering)
Ab 1967 betreuen die Pallotiner aus Friedberg die Pfarrei
1967P. Müller, P. Fritz Heer, P. Edmund Bleier, P. Leo Albrecht
1982 – 1993P. Josef Bergelmair (Pfr. in Laimering)
1993 – 2006P. Josef Kössler (Pfr. in Laimering)
Ab 2006 ist Rieden Teil der Pfarreiengemeinschaft Dasing
2006 – 2008Heribert Singer
2008 – 2016Manfred Bauer
2016 –Justin Nambelil

Quelle
Böck, Monika / Wachinger, Maria: Rieden. Ländliche Anwesen und deren Geschichte, hrsg. v. Heimatkundlichen Kreis Dasing.

Kirchenverwaltung Rieden

Mitglieder

Für die Wahlperiode 2019 bis 2024 wurden gewählt:

Thalhofer, Leonhard (Kirchenpfleger)
Dollinger, Reinhard
Schmidt, Iris
Späth-Wernberger, Anton

Pfarrkirche St. Vitus



Anschrift der Kirche
Am Pfarrhof 3
86453 Dasing OT Rieden

Öffnung
Die Kirche ist nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet.

Patrozinium
Hl. Vitus (Veit, † 304), Gedenktag: 15. Juni

Geschichtliches
1224 wird Rieden erstmals im bayerischen Salbuch erwähnt. 1387 wurde das Patronatsrecht über die Pfarrei Rieden von Herzog Stephan II. von Bayern dem Kloster Fürstenfeld geschenkt. 1390 übertrug Bischof Burkhart von Augsburg die Pfarrei insgesamt dem Kloster. Dieses übte das Patronat bis zur Säkularisierung aus.

Baugeschichte
Die Baugeschichte der Riedener Kirche ist nur unvollständig bekannt. Die Entstehung dürfte auf den Anfang des 13. Jh. zurückgehen. Der Chor der bestehenden Pfarrkirche ist spätgotisch, also hat wohl im 15. Jahrhundert ein Neubau stattgefunden. Vor 1735 wurde an diesen ein barockes Langhaus angebaut. Auch die Dachkonstruktion stammt aus dieser Zeit. Am 29. Juni 1735 wurde die Kirche durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayer neu geweiht. Am 26. Juli 1767 stürzte der Kirchturm aus ungeklärter Ursache ein und wurde durch den bis heute bestehenden ersetzt. 1883 wurde die Empore durch Johann Sulzer verändert. Für 1836–1838 sind kleinere Instandsetzungsarbeiten erwähnt. 1879 und 1898 erfolgten Innenrenovierungen, bei letzterer wurde unter anderem der Chor neu ausgemalt. 1911/12 fand eine Außenrenovierung statt. Weitere Renovierungen: 1933 (innen: die Stuckaturen wurden angebracht und ein Muttergottesbild ersetzt), 1956–1958 (außen: Dacheindeckung, Montage neuer Zifferblätter), 1975 (Sakristei), 1980/1 (Innenrenovierung), 2002 (Dach) und 2009 (außen) und 2011 (innen).

Der Hochaltar



Der Hochaltar wurde um 1760/70 nach Art von Johann Anton Wiest geschaffen. Das Altarblatt zeigt die Kreuzigung Christi, es wurde im Zuge der Innenrenovierung 1898 angeschafft (zuvor Hl. Vitus), im Auszug darüber findet man das Bild des hl. Vitus (1933?). Von hohem künstlerischem Wert sind die beiden Begleitfiguren, links der hl. Modestus, rechts die hl. Crescentia (der Legende nach die Amme und der Erzieher des hl. Vitus) aus der Zeit um 1520/30.

Die Fresken im Chorraum

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Rie03_Chor_ges_0070.jpg



Das zentrale Fresko zeigt einen jugendlichen Jesus als Zimmermann in der väterlichen Werkstatt. Es stammt von 1933 und ist mit „H. Jaeger“ signiert. Das linke, nördliche Emblem zeigt einen Rauchopferaltar mit dem Lemma „Aris imponit honores“ (Dt.: Er legt Opfergaben auf den Altar). Das rechte Emblem einen Baum, an dem ein Schlüssel hängt und dessen Tränen in drei Schalen aufgefangen werden. Das Lemma lautet “Et lacrymae prosunt” (Dt.: Auch Tränen sind von Nutzen).

Seitenaltäre
Die beiden Seitenaltäre stammen aus der Zeit des Kirchenbaus von 1730/5. Sie standen ursprünglich schräg und wurden bei der Renovierung 1898 geradegestellt und den Platzverhältnissen neben dem Chorbogen angepasst. Die Hauptfigur des linken Seitenaltars zeigt die Gottesmutter als Patrona Bavariae (Dt.: als Schutzfrau Bayerns), sie stammt aus der Mitte des 17. Jh. Im Auszug ist der hl. Franz Xaver dargestellt (1933?). Die Josefsfigur des rechten Seitenaltars stammt von 1898. In dessen Auszug – ebenfalls im neubarocken Stil (1933?) – findet man den hl. Blasius.

Marienaltar



Josefsaltar


Hauptfresko und begleitende Fresken



Die Fresken im Langhaus sind wohl um 1760/70 entstanden. Das Hauptfresko zeigt die Glorie des hl. Vitus (als junger Mann im Zentrum) mit Crescentia und Modestus (darunter). Es ist von zwei Emblemen begleitet. Das südliche zeigt den widererstehenden Vogel Phönix mit dem Lemma „Periit ut vivat“ (Dt.: Er stirbt, um zu leben), das nördliche einen Regenbogen über einer Phantasielandschaft mit dem Lemma „In signum faederis adsum“ (Dt.: Als Zeichen des Bundes bin ich da). Ein drittes, kleineres Emblem westlich zeigt einen Löwen, der seine Tatze auf ein Lamm legt, mit dem Lemma „Parcere subiectis“ (Dt.: Die Untergebenen zu schonen).

Kanzel



Die Kanzel stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Der Kanzelkorb ist mit den vier Evangelisten im Dreiviertelrelief geschmückt, auf dem Schalldeckel thront ein Posaunenengel.

Darstellungen an der Empore


Abendmahl an der unteren Empore (hier in höherer Auflösung)


Hl. Alban an der oberen Empore (hier in höherer Auflösung)


               Apostelbilder an der unteren Empore (v. r. n. l.)



               Apostelbilder an der oberen Empore (v. r. n. l.)

Die beiden Gemälde an den Emporenbrüstungen dürften um 1740 geschaffen worden sein. Unten ist das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern dargestellt, oben die Predigt und das Martyrium des hl. Alban, der im 5. Jh. in Rom, Mailand, Augsburg und zuletzt Mainz gewirkt haben soll. Die Legende erzählt, dass er nach seiner Enthauptung seinen Kopf selbst an die Stelle getragen haben soll, wo er bestattet werden wollte. Auf der Säule neben der großen Hauptfigur steht als Inschrift „S. Albanus epilepticorum solatium“ (Dt.: Hl. Alban, Trost der Epileptiker). Markant wirken auch die Porträts der zwölf Apostel im Stil von Giovanni Battista Piazzetta (1683–1754), die die beiden Gemälde flankieren.

Figuren im Kirchenraum



Das die Südwand beherrschende große Kreuz ist einem romanischen Vorbild nachempfunden, es wurde wie die Schmerzensmutter darunter im 18. Jahrhundert geschaffen. Die Figur des hl. Blasius an der nördlichen Chorwand ist auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zu datieren.

Glasfenster



Die farbigen Glasfenster wurden 1886 angeschafft. Die beiden Fenster im Chor haben als Motiv Jesus und Maria mit ihrem heiligen Herzen. In den Rundfenstern der Empore findet man die Darstellungen der vier Evangelisten. Die übrigen Fenster im Langhaus haben florale Ornamente.

Kreuzwegstationen



Erste Kreuzwegstationen (aus Gips) kamen 1898 in die Kirche. Sie wurden im Zuge der Renovierung 1956/8 ersetzt.

Orgel
Für das Jahr 1818 wird in der Chronik die Anschaffung einer neuen Orgel erwähnt. 1906 wurde sie durch eine neue der Fa. Mühlbauer (Augsburg) ersetzt. 1995 wurde sie renoviert.

Glocken
Das Geläut besteht aus vier Glocken. Die Chronik erwähnt, dass 1752 in Augsburg eine große Glocke gegossen wurde. Sie wurde 1811 durch eine neue ersetzt. Für 1876 werden drei neue Glocken angeschafft und geweiht:
1) Die Vitusglocke mit einem Gewicht von 13 Zentner. Inschrift: “Der Namen des Herrn sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. – Alois Baumann Pfarrer und Dekan, C. Kroiß Lehrer, Joh. Gammel Bürgermeister, Math. Gail Beigeordneter“
2) Die Blasiusglocke (8 Zentner); Inschrift: ” Vor Blitz und Unwetter Erlöse uns, Herr Jesus Christ! – Eustach Kirchberger Kassier, Mathias Röll, Simon Straßer.“
3) Die Marienglocke (4 Zentner), gegossen von Hermann Menningen; Inschrift: “Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt’ für uns!“
Außerdem wurde ein eiserner Glockenstuhl angeschafft und der Turm ertüchtigt.
Die Marien-Glocke musste am 28. August 1917 während des ersten Weltkriegs abgegeben werden, ein Einschmelzen der Vitusglocke wurde abgewendet. 1930 wurde eine neue kleine Glocke angeschafft (Fa. Wohlfahrt, Lauingen). am 16.3.1942 wurden die Glocken wegen des Krieges vom Turm genommen. 1946 wurden zwei neue Glocken zu 13,5 und 7 Zentner aus Lauingen erworben. 1971 wurde ein elektrisches Läutwerk installiert. 1997 wurde der Glockenstuhl renoviert.

Pfarrhof
Der Pfarrhof brannte im Dreißigjährigen Krieg völlig ab. 1664 begannen die Arbeiten am Wiederaufbau. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde er durch die kaiserlichen und englischen Truppen im Jahr 1704 erneut gebrandschatzt. 1710 erfolgte der Neubau, der 1857 und zuletzt 1986/87 saniert wurde. Die Wandmalereien im Obergeschoß stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Sonstiges Erwähnenswertes aus der Kirchenchronik
– 1767 wurde Antonio Calligari zur Primiz von seinen Eltern ein Festkelch (Augsburger Arbeit) geschenkt. Er ist noch heute im Besitz der Pfarrei.
– 1799 wurde von Pfr. Schar und Fam. Gail (Jungerbaur) eine Monstranz für die Pfarrkirche gestiftet.
– 1822 stiftete Familie Sandmeier (Weber) einige goldbestickte Messgewänder.

Literatur

Paula, Georg / Bollacher, Christian: Landkreis Aichach-Friedberg. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler. München: Lipp 2012.

Böck, Monika / Wachinger, Maria: Rieden. Ländliche Anwesen und deren Geschichte, hrsg. v. Heimatkundlichen Kreis Dasing.

Bushart, Bruno / Paula, Georg: Bayern III Schwaben. (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler) 2., überarb. Aufl., München: Deutscher Kunstverlag 2008.

Festschrift zur Priesterweihe und Primiz von Daniel Reichel, hrsg. v. Kath. Pfarramt Dasing, 2007.

von Bezold, Gustav / Riehl, Berthold: Die Kunstdenkmale des Regierungsbezirkes Oberbayern. I. Theil: Stadt u. Bezirksamt Ingolstadt, Bezirksämter Pfaffenhofen, Schrobenhausen, Aichach, Friedberg, Dachau. München, Wien: Oldenbourg 1982 (ND der Ausg. München 1895).