Liste der Pfarrer von Laimering

1455Ulrich Hammerstetter
1472Johann Öchslein
1504Johann Stammler
– Vikar Ulrich Batzenmüller
– Vikar Johann Zwicker
1513Johann Hengel
– Vikar Leohnhard Schenk
1521Georg Kreitmair
– Vikar Mgr. Magnus Wünsch
1533Mathias Treffler
– Vikar Hieronymus Rieppel
1541 – 1565Leonhard Scheurer
1569Christopf Horch
1579Christopf Heiffel
1628Jakob Faber
1631Johann Gezung
1638Johann Deinhofer (Pfarrvikar, Pfr. in Rieden)
1640Christoph Bschorn
1641Mgr. Joh. Jak. Gering (Pfarrvikar, Pfr. i. Rieden)
1648Georg Faber
1649Simon Sigel (Pfarrvikar, Pfr. in Rieden)
1663Martin Gastel
1688Ulrich Kistler
1692Joh. Leopold Wanner
1723Mathias Barthl
1728Sebastian Anton Muggenthal
1747Franz Xaver Wilhelmus Gschrey (Wohltätigkeitsstiftung)
1772Johann Nepomuk Erasmus Valentin de Langenmantel
1784Johann Baptist Baur
1796Johann Michael Huber (Schulfondsstiftung)
1806Paulus Eitenbühler
1823Johann Nepomuk Anton Mundsberger
1853Franz Xaver Wittmann
1866Thuzmayer
1874Anton Aichinger
1880Alois Scheitle
1882Simon Huber
1885Franz Xaver Kramer (Pfr. in Rieden)
1893Maximilianus Wagner
1905Josef Tausend
1923Alfred Muesmann
1958P. Hans Karl Pfennig
1966Pallottiner in Freidberg
1969P. Fritz Heer
1979Edmund Bleier
1981Josef Berglmair
1993Josef Kössler
Ab 2006 ist Laimering Teil der Pfarreiengemeinschaft Dasing
2006 – 2008 Heribert Singer
2008 – 2016 Manfred Bauer
2016 – Justin Nambelil
Quelle: Gedenktafel in der Laimeringer Kirche (ergänzt)

Liste der Pfarrer von Rieden

Amtszeit Pfarrer
Bernhard Drittlmaier
Melchior Eisenmann
Thomas Hierl
Christoph Baumfelder
1655Simon Sigl
1663Jakob Koesler
1676Andreas Keßler
1696 – 1700Franz Kellais († 1700)
1700Petrus Heller († 1701)
1701Simon Probst († 1704)
1705Benedikt Sießmaier
1716Anton Magg († 1716)
1718Christoph Eberle
1731Josef Hilger
1749Anton Hiltmayer († 1764)
1765Anton Schad († 1788)
1788Georg Asum († 1796)
1796 – 1816Joseph Erlinger
1816 – 1830Georg Vötter
1830 – 1834Johann Koller
1834 – 1857Stephan Schlichtinger († 1857)
1858 – 1883Alois Baumann (Dekan; † 1883)
1883 – 1896Franz Xaver Kramer
1896 – 1905Wilhelm Luthe
1907 – 1923Karl Wunderer
1924 – 1930Edmund Schön
Ab 1930 hat Rieden keinen eigenen Pfarrer mehr,
die Seelsorger üben ihr Amt als Pfarrvikar aus.
1930Pfr. Rueß
1931 – 1937Pfr. Vogg
1937Pfr. Schönler
1938 – 1942Pfr. Betz
1942P. Hieronymus OSB (St. Stephan, Augsburg)
1942Pfr. Hartl
1956Pfr. Glöckler
1957 – 1967Pfr. Karl Pfenning (Pfr. in Laimering)
Ab 1967 betreuen die Pallotiner aus Friedberg die Pfarrei
1967P. Müller, P. Fritz Heer, P. Edmund Bleier, P. Leo Albrecht
1982 – 1993P. Josef Bergelmair (Pfr. in Laimering)
1993 – 2006P. Josef Kössler (Pfr. in Laimering)
Ab 2006 ist Rieden Teil der Pfarreiengemeinschaft Dasing
2006 – 2008Heribert Singer
2008 – 2016Manfred Bauer
2016 –Justin Nambelil

Quelle
Böck, Monika / Wachinger, Maria: Rieden. Ländliche Anwesen und deren Geschichte, hrsg. v. Heimatkundlichen Kreis Dasing.

Alte Ansichten

Hier finden Sie einige ältere Aufnahmen der Wessiszeller Kirche:

Außenansicht von Norden um 1900
Altarbereich um 1900
Altarbereich um 1909

Die Betrachtung des Bildes ist äußerst aufschlussreich:

  • Neu gegenüber 1909 ist: der linke Seitenaltar ist mindestens stark überarbeitet (völlig andere Form); die Figuren an der Kanzel (von den drei sichtbaren, ist heute nur mehr die Maria vorhanden; 1900 steht diese Figur am rechten Altar); die Engel auf den Seitenaltären; die Herz-Jesu-Figur am rechten Seitenaltar; im Auszug des linken Seitenaltars ist jetzt das Auge der Vorstehung (statt der Schar der Erlösten); im Auszug desrechten Seitenaltars ist jetzt die Schar der Erlösten (zuvor die Hl.-Geist-Taube in plastischer Darstellung)
  • An der Decke ist ein Spruchband mit einer deutschen Übersetzung des Hymnus zum Fest der Unschuldigen Kinder. Im folgenden Text ist der sichtbare Teil fett markiert:

    Heil euch, der Zeugen Jesu Blüten! / Euch raubt des Lebens Morgenlicht / Der Feind des Herrn, wie Sturmeswüten / Die kaum entsproßte Rose bricht.

    Die ihr zuerst für Christum fielet / Der Hingewürgten zarte Schar; / Wie ihr so kindlich froh jetzt spielet / Mit Palm’ und Kronen am Altar!

    Dir, Jesu, bringen wir mit Freuden, / Dir, den die Jungfrau uns gebar, / Dir, Vater, und Dir, Geist von beiden, / Den wärmsten Dank des Herzens dar. Amen.
Altarbereich 2008 vor der Renovierung

Epitaph für Pfarrer Simon Fischer

Wiedergabe des lateinischen Textes

Sta Viator, mirare! imitare!
Hić iacet,
A[dmodum] R[everendus] et D[ignissimus]
D[ominus] SIMON FISCHER, Venerab[ilis] Capit[uli] Fridberg.
Senior, & I. Assiſtens; in Ederied IV. hić in Weſsiszell LII.
Annos bis lubilæus Sacerdos et Parochius digniſsimus
VIR
Doctrina, Pietate, Vigilantia, Sobrietate, Caſtitate,
Humilitate, Manſuetudine, Candore Mentis,
omnique Virtutum genere Clariſſimus.
Eccleſiæ Parochiali à se ampliatæ dedit cum ornamentis
Altare SS: Angelorum.
Appoſuit Turrim cum Horologio,
ut ex incerta hora Mortis, certam diſceret, et bene mori.
Filialem in Ziegelbach propriis funditùs erexit.
In datis, et in Tattenhausen tribus his in Templis
ut Trinum eſſet perfectum,
Uni, et Trino DEO
perpetuam ſuccendit lampadem,
ut Luce perpetua in perpetuum frui mereatur
Insignis plane Benefactor.
Multa ſanguine iunctis,
plura pauberibus, plurima Deo
elargitus est liberatiſsimus Pater.
Tandem
Animarum in huius Mundi Pelago Piſcator Zeloſiſſimus
ancoram Spei, Patientiæ, et Fortitudinis ponens,
Rete Meritis abundans retraxit
ætat: LXXXVI. die 22. Martii.
MDCCXLVIII.
Requieſcat in Pace.

Deutsche Übersetzung

 Bleib stehen, Wanderer, bewundere! Ahme nach!
Hier liegt,
der sehr hochwürdige und höchstverdiente
Herr Simon Fischer, des ehrwürdigen Kapitels von Friedberg,
Senior und erster Assistent, zweimaliger Priesterjubilar und würdigster Pfarrer,
vier Jahre in Ederied und zweiundfünfzig hier in Wessiszell.
Ein Mann
 von Gelehrsamkeit, Frömmigkeit, Wachsamkeit, Nüchternheit, Keuschheit,
Demut, Sanftmut, glänzendem Geist
und von aller Art von Tugend überaus strahlend.
Der von ihm erweiterten Pfarrkirche gab er einen verzierten
Altar der Heiligsten Engel.
Den Turm versah er mit einer Uhr,
damit man – weil die Todesstunde unsicher ist – die sichere Stunde erfahre und gut zu sterben lerne.
Ganz und gar mit seinem eigenen Vermögen baute er in Zieglbach die Filial[kirche] [wieder] auf.
An jenen Orten und in Tattenhausen, in diesen drei Kirchen,
damit die Dreizahl vollkommen sei,
entzündete er dem einen und dreifaltigen GOTT
eine Ewiglichtlaterne,
auf dass er verdiene, das Ewige Licht für immer zu genießen.
Als offenkundig ausgezeichneter Wohltäter
schenkte der gütigste Vater
viel von seinem [Herz-]Blut den Anvertrauten,
mehr den Armen, am meisten Gott.
Und am Ende
holte der sehr eifrige Seelen-Fischer im Meer dieser Welt,
der einen Anker der Hoffnung, Geduld und Stärke geworfen hatte,
 ein von Verdiensten übervolles Netz ein,
im Alter von 86 Jahren, am 22. März
1748.
Er ruhe in Frieden!

Übers. v. Florian Kolbinger 2021 auf Grundlage einer Übersetzung Ludwig Waldmüllers 2012.

Florian Kolbinger, 17.6.2021

Pfarrkirche St. Martin (2)

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Der Orgelprospekt und die Fresken an der Empore
Der Orgelprospekt stammt aus dem Jahr 1757 (laut dem Chronogramm). Die Fresken an den Emporenbrüstungen zeigen oben die Evangelisten Johannes und Matthäus (links) und Lukas und Markus (rechts). An der unteren Empore ist in der Mitte Christus als Erlöser der Welt (Christus Salvator) dargestellt. Flankiert wird er vom Verrat des Apostels Petrus (linke Seite) und von der Bekehrung des Apostels Paulus (rechte Seite). Die Fresken stammen auch von Joseph Mages, 1938/9 wurden sie bei der Verlängerung der Kirche vorsichtig mitversetzt.

Orgelprospekt
Christus Salvator (Mitte der unteren Empore)
Der Verrat des Petrus (untere Empore links)
Die Berufung des Paulus (untere Empore rechts)
Die Evangelisten Johannes und Matthäus (obere Empore links)
Die Evangelisten Lukas und Markus (obere Empore rechts)

Die Kanzel
Sie wurde 1767 von Franz de Paula Arnoldt geschaffen.


Die Pietà
Die Darstellung der schmerzhaften Muttergottes (Pietà) ist am Sockel auf das Jahr 1744 datiert. Die darumherum angeordneten sieben Embleme zeigen die „Sieben Schmerzen Mariens“ (vgl. dazu z. B. in kathpedia hier).


Figuren im Kirchenschiff
Die Figuren des hl. Ulrich und des hl. Florian werden um 1750/60 datiert.


Die Kreuzwegstationen
Die 15. Kreuzwegstation (Kaiserin Helena findet das Kreuz Jesu wieder) befindet sich nicht in der Kirche, sondern wird in der Sakristei aufbewahrt.


Die Fresken in der Sakristei
Im unteren Raum wird eine „Wessobrunner Madonna“ dargestellt (Restaurierung durch Karl Weiß um 1900), im oberen die Schlüsselübergabe an Petrus, sie wurde vielleicht von dem Friedberger Maler Sigismund Reis (vor 1750 bis 1779) geschaffen.

Wessobrunner Madonna

Das Gnadenbild in Wessobrunn (um 1700) ehrt Maria als „Mutter der schönen Liebe” (vgl. Sir 24,18) und zeigt sie mit einem Blütenkranz auf ihrem Haupt. Schon in Wessobrunn war die Verehrung auch verbunden mit der der Maria Immaculata, der unbefleckt empfangenen Muttergottes. Das Dasinger Bild enthält beides: Die Figur Marias ist an jener „Wessobrunner Madonna“ orientiert, die man in Salzburg in der Kollegienkirche am Altar des hl. Ivo findet. Dieses Bild wurde im süddeutschen Raum häufig kopiert. Beigegeben sind der Figur die Mondsichel, die Schlange und die Weltkugel, wie man sie auf Darstellungen der Maria Immaculata findet. Die Lilie und die Rose weisen als Attribute auf die Reinheit und Keuschheit bzw. die Sittsamkeit und Ehrbarkeit Mariens hin. In diesen Zusammenhang wird man auch die Umschrift des Bildes stellen. Sie lautet: Aspiciendo cave, ingrediendo cave, praetereundo cave, ne sileatur Ave!, das heißt: „Beim Anblicken sieh zu, beim Hinzutreten sieh zu, bei Vorbeigehen sieh zu, dass das Ave nicht verstummt!“ Es ist ein Aufruf zum beständigen Beten des „Gegrüßet seist du Maria”, insbesondere vor einem Marienbild. Der Text findet sich in ähnlichen Formen bei vielen Darstellungen der Maria Immaculata.

Schlüsselübergabe an Petrus

Glocken
Das Geläut besteht aus fünf Glocken. Sie wurden alle 1949 von der Fa. Gebhard in Kempten gegossen.
Von der größten bis zur kleinsten heißen sie (nach dem darauf abgebildeten Heiligen):
1) Martins-Glocke mit der Aufschrift: ST. MARTIN HEISS ICH // GOTTES EHRE PREIS‘ ICH, ZUM HIMMEL WEIS ICH //GOTTES LOB VERKÜNDE ICH, DIE PFARREI BESCHÜTZE ICH.
2) Marien-Glocke mit der Aufschrift: MUTTER GOTTES BITT FÜR UNS. // JETZT UND IN DER LETZTEN STUND!
3) Josefs-Glocke mit der Aufschrift: GOTT SCHENKE BIS ZUM HIMMELSTHRON // DEN SPENDERN LANGE LEBENSKRAFT // DIE UNS DIE GLOCKEN ALS PATRON // DURCH WORT UND TAT HERBEIGESCHAFFT.
4) Leonhards-Glocke mit der Aufschrift: ICH KLINGE DIE TOTEN DES KRIEGES ZU EHREN // DEN FRIEDEN GOTTES ZU MEHREN.
5) Schutzengel-Glocke mit der Aufschrift: BESINNE DICH, BESTIMME DICH, // IN DIESER ZEIT FÜR DIE EWIGKEIT! // BUND DEUTSCHER KATH. JUGEND DER PFARREI

Literatur
Dreyer, Angelika: Die Fresken von Joseph Mages (1728–1769). Zwischen barocker Frömmigkeit und katholischer Aufklärung. Regensburg: Schnell & Steiner 2017

Paula, Georg / Bollacher, Christian: Landkreis Aichach-Friedberg. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler. München: Lipp 2012.

Bushart, Bruno / Paula, Georg: Bayern III Schwaben. (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler) 2., überarb. Aufl., München: Deutscher Kunstverlag 2008.

Festschrift zur Priesterweihe und Primiz von Daniel Reichel, hrsg. v. Kath. Pfarramt Dasing, 2007.

von Bezold, Gustav / Riehl, Berthold: Die Kunstdenkmale des Regierungsbezirkes Oberbayern. I. Theil: Stadt u. Bezirksamt Ingolstadt, Bezirksämter Pfaffenhofen, Schrobenhausen, Aichach, Friedberg, Dachau. München, Wien: Oldenbourg 1982 (ND der Ausg. München 1895).

Florian Kolbinger, 2.9.2019

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