Kirchenverwaltung Tattenhausen

Mitglieder

Für die Wahlperiode 2019-2024 wurden gewählt:

Anton Thalhofer (Kirchenpfleger)
Hedwig Bayr
Michael Mahl
Treffler Anton jun.

Was ist die Kirchenverwaltung?

Die Kirchengemeinden, die jeweils Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, bilden gleichzeitig je für sich einen gemeindlichen kirchlichen Steuerverband.
Die Kirchenverwaltung (KV) ist ein Organ des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes.

Aufgaben der Kirchenverwaltung:

1. Erhebung und Verwaltung des Kirchengeldes

2. Antragsstellung bei Erhebung eines gestaffelten Kirchengeldes

3. Bestimmung der Fälligkeit des Kirchengeldes

4. Aufstellung, Beratung und Beschlußfassung des Haushaltsplanes des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes

5. Anerkennung der Jahresrechnung des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes

6. Bestellung und Entsendung eines Mitglieds in die Gesamtkirchenverwaltung

7. Bestellung und Entsendung eines für die Wahl der weltlichen Vertreter des Diözesansteuerausschusses

8. gewissenhafte Verwaltung des örtlichen Kirchengemeindevermögens, insbesondere bestehender kirchlicher Friedhöfe.

Detailinformationen über weitere Themen zur Kirchenverwaltung sind in der „Ordnung für kirchliche Stiftungen“ unter II. Satzung für die gemeindlichen kirchlichen Steuerverbände in den bayer. (Erz-)Diözesen (GStVS) Zweiter Abschnittniedergelegt.

Filialkirche St. Peter und Paul in Tattenhausen

Außenansicht von Südwesten

Anschrift der Kirche
St.-Peter-und-Paul-Weg 1
86453 Dasing OT Tattenhausen

Zur Kirche
Das Gotteshaus dürfte im Kern etwa 500 Jahre alt sein. Es entstand zur Zeit der Spätgotik um 1500. Etwa 250 Jahre später – in der Barockzeit – wurde die Kirche stark verändert.
Das Langhaus mit angebautem, halbrunden Chor besitzt noch an der Nordseite den zum Teil in die Kirche eingefügten alten gotischen Sattelturm.
Der schlanke Turm hat ein Satteldach.
Der Chor stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Turm trägt eine Feldergliederung und wurde ca. 1957 verputzt und frisch gekalkt.
Das Langhaus wurde am 24. Juni 1795 von H. H. Weihbischof Johann Nepomuk von Ungelten, Bischof von Augsburg, geweiht. Es trägt innen Fresken von Sigismund Reis, die dieser 1767 auf frischen Verputz gemalt hat.
Im Innern schließt sich an das Langhaus mit Flachdecke ein niedriger Chor an, dessen Stichkappen noch an den gotischen Bau erinnern.
Bis vor 150 Jahren war die Kirche in Tattenhausen eine Wallfahrtskirche, bekannt unter dem Titel „Unsere liebe Frau im Elend“. Erst als 1867 die Kapuziner nach Maria Birnbaum kamen und dort die Wallfahrt einen blühenden Aufstieg nahm, geriet das Wallfahrtskirchlein in Tattenhausen allmählich in Vergessenheit. Daß früher öfters Wallfahrer zu dieser schönen Kirche kamen, um Trost und Hoffnung zu erlangen, darauf weist auch das Deckengemälde von Sigismund Reis aus den Jahre 1767 im Mittelschiff der Kirche hin.
Die Altäre sind vor etwa 200 Jahren entstanden (um 1780).

Rundgang durch die Kirche

Gesamtansichten des Innenraums

Blick zur Empore

Der Hochaltar
Maria (mit herrscherlichem Szepter) thront als Himmelskönigin mit dem regierenden Christuskind. Oben im Auszug erscheint Gottvater mit der Erdkugel. Petrus und Paulus flankieren die Mittelgruppe.

Linker Seitenaltar
Leonhard (mit Kette), der Evangelist Johannes (mit Buch und Kelch) und Urban (mit der Traube auf dem Buch) sind das Heiligen-Trio.

Rechter Seitenaltar
Die Bischöfe Ulrich (mit dem Fisch) und Martin (mit der Gans) umstehen die heilige Barbara.

Fresken im Kirchenschiff
Das Hauptfresko zeigt die Gottesmutter als Fürbitterin vor ihrem Sohn mit dem Kreuz. Mit ihr bitten die Kirchenpatrone Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Buch und Schwert) sowie die Hl. Apollonia (mit Zange und Zahn), die als Helferin gegen Zahnweh angerufen wurde. Am unteren Bildrand blicken Pfarrer und Bauernvolk (in der Tracht des 18. Jahrhunderts) gläubig zum Himmel auf. Eine große Ansicht des Deckenfreskos finden sie → hier.

Um das Hauptfresko herum finden sich noch vier Kartuschen in gemalten Stuckrahmen. Sigismund Reis stellte hier vier christliche Haupttugenden dar: Die alle anderen Tugenden umfassende Gerechtigkeit (Waage) sowie die drei „theologischen Tugenden“Glaube (Buch, Kreuz), Hoffnung (Anker, Taube) und Liebe (Herz).

Fresken im Chorraum

Die kleinen Fresken im Altarraum illustrieren das Leben der Muttergottes anhand ihrer Hauptfeste im Kirchenjahr:

  • Unbefleckte Empfängnis Mariens: Maria auf der Erdkugel zertritt die teuflische Schlange (8. Dezember)
  • Verkündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel (25. März)
  • Mariä Lichtmess: Maria bringt ihren Erstgeborenen im Tempel dar (2. Februar)
  • Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August)

Die Kanzel

Die Empore
Sieben Gemälde schmücken die Balustrade der Empore. Sie stellen Christus umgeben von den beiden ersten Aposteln und den vier Evangelisten dar.

Weitere Ausstattung

Kirchenverwaltung Taiting

Für die Wahlperiode 2019-2024 wurden gewählt:

Michl, Leonhard (Kirchenpfleger)
Kreutmayr, Josef
Mayr, Johann
Skrzydelski, Peter
Stemmer, Michael

Pfarrgemeinderat Taiting

Mitglieder

Ralf Fiedler (Vorsitzender)
Lisa Arnold
Manfred Daschner
Franziska Heinkel
Anita Higl
Robert Kreutmayr
Annelise Lapperger
Manuela Mahl
Rita Mayr
Eugenia Weiser

Kapelle St. Emeran, Kapelle Maria Schnee Taiting

Hl. Emmeram

Der Hl. Emmeram wurde in Poitiers in Frankreich geboren. Dort wurde er um 675 Bischof.

Er verließ Frankreich und kam als Wanderbischof nach Bayern. Hier behielt ihn der bayerische Herzog Theodo in der Residenzstadt Regensburg. Er lebte und wirkte 3 Jahre in Regensburg, als er sich um 685 zu einer Pilgerreise nach Rom aufmachte.

Um ihren Geliebten zu schützen, beschuldigte Ota, die Tochter von Theodo, Emmeram nach seiner Anreise zu unrecht, der Vater ihres ungeborenen Kindes zu sein.

Theodo schickte Otas Bruder Landpert hinter Emmeram her, um die erlittene Schmach zu rächen. Bei Kleinhelfendorf, südöstlich von München, holte Landpert Emmeram ein, spannte ihn auf eine Leiter und schlug ihm mit dem Schwert Arme und Beine ab.

Als Emmerams Begleiter, die geflohen waren, zum Tatort zurückkehrten, lebte Emmeram noch, starb jedoch kurze Zeit später.

Nachdem Theodo erfuhr, daß Emmeram unschuldig war, ließ er seine Gebeine nach Regensburg überführen.

Nach der Beisetzung in der Georgskirche und einer Umbettung in die Ringkrypta, fanden die Gebeine des Hl. Emmeram im Jahre 1659 ihre letzte Ruhestätte in einem kostbaren Schrein unter dem Hochaltar der Sankt Emmeram Kirche in Regensburg.

Der 22. September wird schon seit der Gründung der Diözese Regensburg im Jahre 739 als der Todestag des Hl. Emmeram gefeiert.

Pfarrkirche Mariä Verkündigung, Taiting

Pfarrkirche von Nordwesten

Anschrift der Kirche
Marienstr. 7
86453 Dasing OT Taiting

Öffnung
Die Kirche ist nur zu den Gottesdiensten geöffnet. Auf Anfrage öffnet die Mesnerin gerne das Gotteshaus auch außerhalb dieser Zeiten.

Die Ortschaft Taiting
Geschichtliches ist über den Ort Taiting aus alter Zeit nur wenig bekannt. Der Name deutet jedoch auf eine alemannische Siedlung und damit auf eine zwölfhundertjährige Geschichte hin.
Im bayrischen Salbuch von 1280 ist zu finden, dass die Vogtei über das Kirchengut Taiting von der Grafschaft der Wittelsbacher herführend, dem Herzog zustand. Im Besitz des Kirchenpatronats befand sich, soweit die Nachrichten zurückreichen, das Benediktinerinnenkloster Hohenwart. Wann und wie dieses erworben wurde ist nicht bekannt. Im Jahre 1316 ging das Patronatsrecht durch Tausch auf das Domkapitel Augsburg über.
Während des 30-jährigen Krieges wurde Taiting schwer heimgesucht. So starben im Schwedenkrieg von 1632 bis 1633 ein Drittel der Einwohner an der sogenannten Ungarischen Pest.

Baugeschichte
Das Turmviereck stammt aus der Zeit der Gotik. Auf ihm sitzt heute ein neuer Achteckbau mit Kuppel. Im spanischen Erbfolgekrieg brannte 1704 die Pfarrkirche nieder. Die Neubauarbeiten erstreckten sich von 1712 bis ca. 1718. Die Seitenaltäre und die Kanzel stammen aus dieser Zeit. 1747 wurde die neu erstandene Kirche durch den Bischof von Augsburg geweiht. Der Hochaltar wird auf 1770 datiert. Die Freskierung des Innenraumes durch Johann Baptist Anwander von Augsburg erfolgte im Jahre 1797. 1893 wurde an der Kirche von Leonhard Thoma eine Restaurierung durchgeführt. Eine weitere Restaurierung des Gotteshauses fand in den Jahren 1942/43 von drei Münchner Malern statt.

(Quellen: Stephan Menzinger/Bitzenhofen)

Blick von der Empore in den Chorraum

Beschreibung des Kirchenraums
Die Kirche ist als Hallenkirche mit ebener Decke und mit anschließendem halbrunem Chorraum ausgeführt. Das Altarbild stellt die Verkündigung Mariens dar. Der linke Seitenaltar ist dem hl. Johannes Nepomuk, der rechte Seitenaltar dem heiligen Sebastian gewidmet.  Das Deckenfresko im Kirchenschiff zeigt die Geburt Christi, darum herum sind in vier Medaillons die Kirchenväter (Gregor d. Gr., Ambrosius, Augustinus und Hieronymus) dargestellt. Das Fresko im Chorraum hat den Besuch Marias bei Elisabeth (Mariä Heimsuchung) zum Thema. Es wird von vier Engelsdarstellungen, die Sakramente symbolisieren, umrahmt. Die nördliche und südliche Chorwand sind ebenfalls mit Fresken verziert, sie stellen die Darbringung des Jesuskindes im Tempel bzw. den 12-jährigen Jesus im Tempel lehrend dar. Zusammen mit dem Hochaltarbild ergeben sich die fünf Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes.
Das Patrozinium der Kirche ist am 25. März (Mariä Verkündigung).

Die Fresken im Kirchenschiff und im Chorraum

Der Hauptaltar

Der Nepomuk-Altar (linker Seitenaltar)

Der Sebastian-Altar (rechter Seitenaltar)

Kanzel

Weitere Fresken: Kirchenväter und Sakramente

Weitere Figuren und Einrichtungsgegenstände

Florian Kolbinger, 1.9.2019

Kirche St. Franziskus

Pfarrkirche St. Franziskus

Allgemeines:

Die Ursprünge der Kirche St. Franziskus gehen auf eine Stiftung des späten 16. Jahrhunderts zurück. Die damalige Hofmarktsherrin Jakoba von Weichs widmete die Kirche zu Ehren des Heilgen Kreuzes, der Himmelfahr Mariä und des Hl. Franziskus von Assisi. Der Sakralbau wurde östlich vom Schloß nahe des Waldes „Heimard“, heute Heimat genannt, errichtet. Am 05. Mai 1594 wurde St. Franziskus vom Augsburger Weihbischof Sebastian Breuninger geweiht. Gleichzeitig mit der Kirche entstanden für die dort tätigen Franziskaner-Mönche ein Hospitz und ein Eremitorium, eine Einsiedelei. Zwischen dem Hofmarktschloß und St. Franziskus stand zudem die kleine Kapelle St. Maria Magdalena.

Über das Aussehen dieser ersten St Franziskuskirche gab es bislang keine Hinweise. Der Umfang der Zerstörung bei dem großen Schwedeneinfall von 1632 war bislang nicht geklärt. Vermutungen ob und wieviel von der alten Bausubstanz in der überlieferten Kirche enthalten sind, welche Mauern neu, welche alt sind, war bisher nicht gesichert. Schriftliche Belege wie Maurer- oder Zimmererrechnungen existieren nicht mehr.

Die heutige Kirche St. Franziskus wird in den Kunstinventaren der 2. Hälfte des !7. Jahrhunderts zugeordnet. Diese Zuordnung basiert auf einer stilistischen Einordnung der Innengestaltung wie die Stuckdekoration des Chorraumes und des Hochaltars. Bekannt ist, daß 1644 das Schloß und die Kirche an das Kloster St. Ulrich in Augsburg verkauft wurden. Der Kauf- und Quittungsbrief wurde – so hat Steichele herausgefunden – erst am 05. Jannuar 1656 ausgefertigt. Daraus folgte bislang, daß die Benediktiner von St. Ulrich erst danach mit der Wiederherstellung begonnen haben.

Eine jüngst durchgeführete naturwissenschaftliche Untersuchung der Fälldaten der in den Dachwerken und Deckenbalken verwendeten Hölzer ergab weitere Erkenntnisse. Danach wurde bei der Deckenbalkenanlage über dem Langhaus Bauholz verwendet, das 1598 geschlagen wurde. Alle Hölzer über dem Chor, Deckenbalken und Dachwerk, stammen von 1624, das Dachwerk über dem Langhaus von 1846.

Der Außenbau

St. Franziskus ist eine Saalkirche mit eigezogenem, halbrund geschlossenem Chor. Wie auf dem Wening-Stich (um 1700) zu sehen ist, besaß die ertste Fassung des späten 17. Jahrhunderts einen Dachreiter zwischen Chor und Langhaus. Im Dachgeschoß ist noch die Unterkonstruktion für den Dachreiter zu erkennen. Erste 1876 wurde an der Südseite ein rechteckiger Turm mit oktogonalem Aufbau und Spitzhaube gebaut. An der Nordseite steht die Sakristei mit dem Zugang zum Dachwerk.

Ursprünglicher Zugang zur Kirche waren 2 Außenportale im Süden und Norden des Langhauses. Noch heute sind die ehemaligen Portale als Mauervorlagen vorhanden. Die überlieferte Gestaltung der ehemaligen Eingänge mit den gebohrten Prifilen und dem daraufliegenden Gebälk ist jedoch eher in der Zeit um 1600 häufig anzutreffenden Motiv für Tür- und Fensterrahmungen. Sie sind stilistisch dem ersten Bau von St. Franziskus zuzuordnen. Der Eingang liegt jetzt im Westen des Langhauses.

Bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten von 1982 wurde an der südlichen Kirchenschiffsseite, in Höhe der Kanzel – auch Predigtstuhl genannt – eine Aussparung im Mauerwerk gefunden. Hier befand sich früher ein Übergang zu den ehemaligen Hospitzgebäuden. Ähnliche Übergänge zwischen Kirchen und Profangebäuden finden sich in Grafrath, Wallfahrtskirche zum Hl. Rasso oder auch in Leitheim zwischen der ehemalige Sommerresidenz der Zisterzienser und der Schloßkirche. In St. Franziskus diente dieser Übergang zum einen als direkter Weg zum Klostergebäude zur Kirche; zum anderen konnte während eines Wallfahrtsgottesdienstes vom Übergang ins Freie gepredigt werden, da die kleine Kirche nur begrenzt aufnahmefähig war. Es ist dies ein Beleg, daß es sich beim Mauerwerk mit der Aussparung um einen Bestand der Kirche des späten 16. Jahrhunderts handelt, da von der Gründung bis zum Auszug der Mönche 1609 die Klostergebäude ständig genutzt waren. Das Klostergebäude wurde erst 1964 abgetragen.

Der Innenraum

Das Langhaus ist flach gedeckt, ohne Deckenbild oder Stuckdkoration. Lediglich eine umlaufende Stuckleiste ziert die Decke. Über dem Eingang befindet sich die Empore mit einer Schrankorgel mit drei Registern. Technische Bauweise der Orgel und Gestaltung der Orgel lassen auf eine Entstehungszeit um 1730 schließen; Orgelbauer oder Herkunftsort sind nicht bekannt. Die Kanzel ist hier auf der rechten Saalseite und wurde wie die beiden Seitenaltäre um 1793 geschaffen.

Chorraum

Der rechte Seitenaltar zeigt ein sogenanntes Rosenkranzbild mit Maria, dem Jesusknaben und Franz von Assisi und weist somit auf die im August 1678 von den Augsburger Dominikanern in Dasing eingeführte Erzbruderschaft des Hl. Rosenkranzes hin.

Chorraum mit Hochaltar

Die Deckenwölbung des Chores ist reich stuckiert: um eine Rosette in der Mitte ist ein Lorbeerkranz geschwungen, an den Enden Frauen-halbfiguren, dazwischen Fruchtgirlanden und Rosetten. Der Decken-rand ist von Profilläufen mit antikisierenden Perlschnüren und Blattläufen geschmückt. Charakterisiert als Wessobrunner Schule läßt sich die Stuckierung des Chores in eine Entstehungszeit von 1675 – 1685 einordnen. Hingewiesen sei hier auf die Stuckarbeiten in der Stadtzpfarrkirche von Pfaffenhofen a.d. Ilm (1671 / 72) und in der Klosterkirche von Kübach (1687 / 88). Stilistisch liegt die Stuckdecke von St. Franziskus zwischen den Arbeitenvon Pfaffenhofen und Kübach. In diesen beiden Kirchen arbeitete der Wessobrunner Stuckateur Matthias Schmuzer (1636 – 86). Nach 1667 war Schmuzer für die Benediktiner im Klostergebäude von St. Ulrich und Afra in Augsburg tätig. Mit Kräftigen Rahmen, Früchten, Rosetten und Engelsköpfen stuckierte er dort einen Teil des Kreuzganges im Westflügel.

Hl. Ulrich
Hochaltarbild – Der Hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi
OHl. Afra

Der Hochaltar im Chor stammt ebenfalls aus der Zeit um 1700. Das Bild in der Mitte zeigt die Stigmatisation des Hl. Franziskus. Die Seitenfiguren sind rechts die Hl. Afra und links der Hl. Ulrich. Sie weisen auf den Patronatsherren, das Reichsstift St. Ulrich und Afra in Augsburg hin.

Während die Wandgliederunge in Langhaus und Chor einheitlich ist, unterscheiden sich die beiden Deckengestaltungen. Im Chor gibt es wie gesagt, eine aufwendige Stuckierung, Im Langhaus nur einen einfachen Rahmenstock. Hier sind unterschiedliche Entstehungszeiten, sog. Bauphasen, vorhanden, die auch an den Dachkonstruktionen über Chor und Langhaus zu erkennen sind. Der Dachstuhl über dem Chor trägt Rötelzeichen, der Dachstuhl über dem Langhaus hat Kerben als Markierung für die Balkenstellung und -zuordnung.

Zusammenfassung

Aus den vorbeschriebenen Erkenntnissen ergibt sich für St. Franziskus folgende Bau und Entstehungsgeschichte: Der überlieferte Kirchenbau entspricht noch weitgehend der Gründungsanlage des späten 16. Jahrhunderts. Die belegte Weihe von 1594 bezieht sich offensichtlich nicht auf den fertigen Bau, da die Deckenbalken über dem Langhaus erst 1598 geschlagen und wahrscheinlich erst frühestens ein Jahr darauf verarbeitet wurde. Ob das Dachwerk über dem Chor erst um 1625 aufgerichtet oder bereits erneuert werden musste, ist nicht geklärt. Nicht geklärt ist ebenfalls der Zerstörungskraft während des weiteren 30-jährigen Krieges. Offensichtlich blieb die Baukonstruktion jedoch im wesentlichen erhalten. Um 1680 wurde die Stuckdecke im Chor neu gestaltet. Um 1846 wurde das Dachwerk über dem Langhaus aus bisher unbekannten Gründen ausgetauscht. Anders als bislang vermutet ist damit der überlieferte Kirchenbau mit der nun 400-jährigen Stiftung identisch.

(Quellen: Denkschrift zu „400 Jahre St. Franziskus 1594 – 1994“)

Kirchenverwaltung Rieden

Mitglieder

Für die Wahlperiode 2019 bis 2024 wurden gewählt:

Thalhofer, Leonhard (Kirchenpfleger)
Dollinger, Reinhard
Schmidt, Iris
Späth-Wernberger, Anton