Pfarrkirche Mariä Verkündigung, Taiting

Pfarrkirche von Nordwesten

Anschrift der Kirche
Marienstr. 7
86453 Dasing OT Taiting

Öffnung
Die Kirche ist nur zu den Gottesdiensten geöffnet. Auf Anfrage öffnet die Mesnerin gerne das Gotteshaus auch außerhalb dieser Zeiten.

Die Ortschaft Taiting
Geschichtliches ist über den Ort Taiting aus alter Zeit nur wenig bekannt. Der Name deutet jedoch auf eine alemannische Siedlung und damit auf eine zwölfhundertjährige Geschichte hin.
Im bayrischen Salbuch von 1280 ist zu finden, dass die Vogtei über das Kirchengut Taiting von der Grafschaft der Wittelsbacher herführend, dem Herzog zustand. Im Besitz des Kirchenpatronats befand sich, soweit die Nachrichten zurückreichen, das Benediktinerinnenkloster Hohenwart. Wann und wie dieses erworben wurde ist nicht bekannt. Im Jahre 1316 ging das Patronatsrecht durch Tausch auf das Domkapitel Augsburg über.
Während des 30-jährigen Krieges wurde Taiting schwer heimgesucht. So starben im Schwedenkrieg von 1632 bis 1633 ein Drittel der Einwohner an der sogenannten Ungarischen Pest.

Baugeschichte
Das Turmviereck stammt aus der Zeit der Gotik. Auf ihm sitzt heute ein neuer Achteckbau mit Kuppel. Im spanischen Erbfolgekrieg brannte 1704 die Pfarrkirche nieder. Die Neubauarbeiten erstreckten sich von 1712 bis ca. 1718. Die Seitenaltäre und die Kanzel stammen aus dieser Zeit. 1747 wurde die neu erstandene Kirche durch den Bischof von Augsburg geweiht. Der Hochaltar wird auf 1770 datiert. Die Freskierung des Innenraumes durch Johann Baptist Anwander von Augsburg erfolgte im Jahre 1797. 1893 wurde an der Kirche von Leonhard Thoma eine Restaurierung durchgeführt. Eine weitere Restaurierung des Gotteshauses fand in den Jahren 1942/43 von drei Münchner Malern statt.

(Quellen: Stephan Menzinger/Bitzenhofen)

Blick von der Empore in den Chorraum

Beschreibung des Kirchenraums
Die Kirche ist als Hallenkirche mit ebener Decke und mit anschließendem halbrunem Chorraum ausgeführt. Das Altarbild stellt die Verkündigung Mariens dar. Der linke Seitenaltar ist dem hl. Johannes Nepomuk, der rechte Seitenaltar dem heiligen Sebastian gewidmet.  Das Deckenfresko im Kirchenschiff zeigt die Geburt Christi, darum herum sind in vier Medaillons die Kirchenväter (Gregor d. Gr., Ambrosius, Augustinus und Hieronymus) dargestellt. Das Fresko im Chorraum hat den Besuch Marias bei Elisabeth (Mariä Heimsuchung) zum Thema. Es wird von vier Engelsdarstellungen, die Sakramente symbolisieren, umrahmt. Die nördliche und südliche Chorwand sind ebenfalls mit Fresken verziert, sie stellen die Darbringung des Jesuskindes im Tempel bzw. den 12-jährigen Jesus im Tempel lehrend dar. Zusammen mit dem Hochaltarbild ergeben sich die fünf Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes.
Das Patrozinium der Kirche ist am 25. März (Mariä Verkündigung).

Die Fresken im Kirchenschiff und im Chorraum



Das Hauptfresko in hoher Auflösung finden sie > hier <.

Der Hauptaltar


Der Nepomuk-Altar (linker Seitenaltar)


Der Sebastian-Altar (rechter Seitenaltar)



Kanzel


Weitere Fresken: Kirchenväter und Sakramente


Weitere Figuren und Einrichtungsgegenstände


Florian Kolbinger, 1.9.2019

Kirche St. Franziskus

Pfarrkirche St. Franziskus

Allgemeines:

Die Ursprünge der Kirche St. Franziskus gehen auf eine Stiftung des späten 16. Jahrhunderts zurück. Die damalige Hofmarktsherrin Jakoba von Weichs widmete die Kirche zu Ehren des Heilgen Kreuzes, der Himmelfahr Mariä und des Hl. Franziskus von Assisi. Der Sakralbau wurde östlich vom Schloß nahe des Waldes „Heimard“, heute Heimat genannt, errichtet. Am 05. Mai 1594 wurde St. Franziskus vom Augsburger Weihbischof Sebastian Breuninger geweiht. Gleichzeitig mit der Kirche entstanden für die dort tätigen Franziskaner-Mönche ein Hospitz und ein Eremitorium, eine Einsiedelei. Zwischen dem Hofmarktschloß und St. Franziskus stand zudem die kleine Kapelle St. Maria Magdalena.

Über das Aussehen dieser ersten St Franziskuskirche gab es bislang keine Hinweise. Der Umfang der Zerstörung bei dem großen Schwedeneinfall von 1632 war bislang nicht geklärt. Vermutungen ob und wieviel von der alten Bausubstanz in der überlieferten Kirche enthalten sind, welche Mauern neu, welche alt sind, war bisher nicht gesichert. Schriftliche Belege wie Maurer- oder Zimmererrechnungen existieren nicht mehr.

Die heutige Kirche St. Franziskus wird in den Kunstinventaren der 2. Hälfte des !7. Jahrhunderts zugeordnet. Diese Zuordnung basiert auf einer stilistischen Einordnung der Innengestaltung wie die Stuckdekoration des Chorraumes und des Hochaltars. Bekannt ist, daß 1644 das Schloß und die Kirche an das Kloster St. Ulrich in Augsburg verkauft wurden. Der Kauf- und Quittungsbrief wurde – so hat Steichele herausgefunden – erst am 05. Jannuar 1656 ausgefertigt. Daraus folgte bislang, daß die Benediktiner von St. Ulrich erst danach mit der Wiederherstellung begonnen haben.

Eine jüngst durchgeführete naturwissenschaftliche Untersuchung der Fälldaten der in den Dachwerken und Deckenbalken verwendeten Hölzer ergab weitere Erkenntnisse. Danach wurde bei der Deckenbalkenanlage über dem Langhaus Bauholz verwendet, das 1598 geschlagen wurde. Alle Hölzer über dem Chor, Deckenbalken und Dachwerk, stammen von 1624, das Dachwerk über dem Langhaus von 1846.

Der Außenbau

St. Franziskus ist eine Saalkirche mit eigezogenem, halbrund geschlossenem Chor. Wie auf dem Wening-Stich (um 1700) zu sehen ist, besaß die ertste Fassung des späten 17. Jahrhunderts einen Dachreiter zwischen Chor und Langhaus. Im Dachgeschoß ist noch die Unterkonstruktion für den Dachreiter zu erkennen. Erste 1876 wurde an der Südseite ein rechteckiger Turm mit oktogonalem Aufbau und Spitzhaube gebaut. An der Nordseite steht die Sakristei mit dem Zugang zum Dachwerk.

Ursprünglicher Zugang zur Kirche waren 2 Außenportale im Süden und Norden des Langhauses. Noch heute sind die ehemaligen Portale als Mauervorlagen vorhanden. Die überlieferte Gestaltung der ehemaligen Eingänge mit den gebohrten Prifilen und dem daraufliegenden Gebälk ist jedoch eher in der Zeit um 1600 häufig anzutreffenden Motiv für Tür- und Fensterrahmungen. Sie sind stilistisch dem ersten Bau von St. Franziskus zuzuordnen. Der Eingang liegt jetzt im Westen des Langhauses.

Bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten von 1982 wurde an der südlichen Kirchenschiffsseite, in Höhe der Kanzel – auch Predigtstuhl genannt – eine Aussparung im Mauerwerk gefunden. Hier befand sich früher ein Übergang zu den ehemaligen Hospitzgebäuden. Ähnliche Übergänge zwischen Kirchen und Profangebäuden finden sich in Grafrath, Wallfahrtskirche zum Hl. Rasso oder auch in Leitheim zwischen der ehemalige Sommerresidenz der Zisterzienser und der Schloßkirche. In St. Franziskus diente dieser Übergang zum einen als direkter Weg zum Klostergebäude zur Kirche; zum anderen konnte während eines Wallfahrtsgottesdienstes vom Übergang ins Freie gepredigt werden, da die kleine Kirche nur begrenzt aufnahmefähig war. Es ist dies ein Beleg, daß es sich beim Mauerwerk mit der Aussparung um einen Bestand der Kirche des späten 16. Jahrhunderts handelt, da von der Gründung bis zum Auszug der Mönche 1609 die Klostergebäude ständig genutzt waren. Das Klostergebäude wurde erst 1964 abgetragen.

Der Innenraum

Das Langhaus ist flach gedeckt, ohne Deckenbild oder Stuckdkoration. Lediglich eine umlaufende Stuckleiste ziert die Decke. Über dem Eingang befindet sich die Empore mit einer Schrankorgel mit drei Registern. Technische Bauweise der Orgel und Gestaltung der Orgel lassen auf eine Entstehungszeit um 1730 schließen; Orgelbauer oder Herkunftsort sind nicht bekannt. Die Kanzel ist hier auf der rechten Saalseite und wurde wie die beiden Seitenaltäre um 1793 geschaffen.

Chorraum

Der rechte Seitenaltar zeigt ein sogenanntes Rosenkranzbild mit Maria, dem Jesusknaben und Franz von Assisi und weist somit auf die im August 1678 von den Augsburger Dominikanern in Dasing eingeführte Erzbruderschaft des Hl. Rosenkranzes hin.

Chorraum mit Hochaltar

Die Deckenwölbung des Chores ist reich stuckiert: um eine Rosette in der Mitte ist ein Lorbeerkranz geschwungen, an den Enden Frauen-halbfiguren, dazwischen Fruchtgirlanden und Rosetten. Der Decken-rand ist von Profilläufen mit antikisierenden Perlschnüren und Blattläufen geschmückt. Charakterisiert als Wessobrunner Schule läßt sich die Stuckierung des Chores in eine Entstehungszeit von 1675 – 1685 einordnen. Hingewiesen sei hier auf die Stuckarbeiten in der Stadtzpfarrkirche von Pfaffenhofen a.d. Ilm (1671 / 72) und in der Klosterkirche von Kübach (1687 / 88). Stilistisch liegt die Stuckdecke von St. Franziskus zwischen den Arbeitenvon Pfaffenhofen und Kübach. In diesen beiden Kirchen arbeitete der Wessobrunner Stuckateur Matthias Schmuzer (1636 – 86). Nach 1667 war Schmuzer für die Benediktiner im Klostergebäude von St. Ulrich und Afra in Augsburg tätig. Mit Kräftigen Rahmen, Früchten, Rosetten und Engelsköpfen stuckierte er dort einen Teil des Kreuzganges im Westflügel.

Hl. Ulrich
Hochaltarbild – Der Hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi
OHl. Afra

Der Hochaltar im Chor stammt ebenfalls aus der Zeit um 1700. Das Bild in der Mitte zeigt die Stigmatisation des Hl. Franziskus. Die Seitenfiguren sind rechts die Hl. Afra und links der Hl. Ulrich. Sie weisen auf den Patronatsherren, das Reichsstift St. Ulrich und Afra in Augsburg hin.

Während die Wandgliederunge in Langhaus und Chor einheitlich ist, unterscheiden sich die beiden Deckengestaltungen. Im Chor gibt es wie gesagt, eine aufwendige Stuckierung, Im Langhaus nur einen einfachen Rahmenstock. Hier sind unterschiedliche Entstehungszeiten, sog. Bauphasen, vorhanden, die auch an den Dachkonstruktionen über Chor und Langhaus zu erkennen sind. Der Dachstuhl über dem Chor trägt Rötelzeichen, der Dachstuhl über dem Langhaus hat Kerben als Markierung für die Balkenstellung und -zuordnung.

Zusammenfassung

Aus den vorbeschriebenen Erkenntnissen ergibt sich für St. Franziskus folgende Bau und Entstehungsgeschichte: Der überlieferte Kirchenbau entspricht noch weitgehend der Gründungsanlage des späten 16. Jahrhunderts. Die belegte Weihe von 1594 bezieht sich offensichtlich nicht auf den fertigen Bau, da die Deckenbalken über dem Langhaus erst 1598 geschlagen und wahrscheinlich erst frühestens ein Jahr darauf verarbeitet wurde. Ob das Dachwerk über dem Chor erst um 1625 aufgerichtet oder bereits erneuert werden musste, ist nicht geklärt. Nicht geklärt ist ebenfalls der Zerstörungskraft während des weiteren 30-jährigen Krieges. Offensichtlich blieb die Baukonstruktion jedoch im wesentlichen erhalten. Um 1680 wurde die Stuckdecke im Chor neu gestaltet. Um 1846 wurde das Dachwerk über dem Langhaus aus bisher unbekannten Gründen ausgetauscht. Anders als bislang vermutet ist damit der überlieferte Kirchenbau mit der nun 400-jährigen Stiftung identisch.

(Quellen: Denkschrift zu „400 Jahre St. Franziskus 1594 – 1994“)

Kirchenverwaltung Rieden

Mitglieder

Für die Wahlperiode 2019 bis 2024 wurden gewählt:

Thalhofer, Leonhard (Kirchenpfleger)
Dollinger, Reinhard
Schmidt, Iris
Späth-Wernberger, Anton

Pfarrkirche St. Vitus



Anschrift der Kirche
Am Pfarrhof 3
86453 Dasing OT Rieden

Öffnung
Die Kirche ist nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet.

Patrozinium
Hl. Vitus (Veit, † 304), Gedenktag: 15. Juni

Geschichtliches
1224 wird Rieden erstmals im bayerischen Salbuch erwähnt. 1387 wurde das Patronatsrecht über die Pfarrei Rieden von Herzog Stephan II. von Bayern dem Kloster Fürstenfeld geschenkt. 1390 übertrug Bischof Burkhart von Augsburg die Pfarrei insgesamt dem Kloster. Dieses übte das Patronat bis zur Säkularisierung aus.

Baugeschichte
Die Baugeschichte der Riedener Kirche ist nur unvollständig bekannt. Die Entstehung dürfte auf den Anfang des 13. Jh. zurückgehen. Der Chor der bestehenden Pfarrkirche ist spätgotisch, also hat wohl im 15. Jahrhundert ein Neubau stattgefunden. Vor 1735 wurde an diesen ein barockes Langhaus angebaut. Auch die Dachkonstruktion stammt aus dieser Zeit. Am 29. Juni 1735 wurde die Kirche durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayer neu geweiht. Am 26. Juli 1767 stürzte der Kirchturm aus ungeklärter Ursache ein und wurde durch den bis heute bestehenden ersetzt. 1883 wurde die Empore durch Johann Sulzer verändert. Für 1836–1838 sind kleinere Instandsetzungsarbeiten erwähnt. 1879 und 1898 erfolgten Innenrenovierungen, bei letzterer wurde unter anderem der Chor neu ausgemalt. 1911/12 fand eine Außenrenovierung statt. Weitere Renovierungen: 1933 (innen: die Stuckaturen wurden angebracht und ein Muttergottesbild ersetzt), 1956–1958 (außen: Dacheindeckung, Montage neuer Zifferblätter), 1975 (Sakristei), 1980/1 (Innenrenovierung), 2002 (Dach) und 2009 (außen) und 2011 (innen).

Der Hochaltar



Der Hochaltar wurde um 1760/70 nach Art von Johann Anton Wiest geschaffen. Das Altarblatt zeigt die Kreuzigung Christi, es wurde im Zuge der Innenrenovierung 1898 angeschafft (zuvor Hl. Vitus), im Auszug darüber findet man das Bild des hl. Vitus (1933?). Von hohem künstlerischem Wert sind die beiden Begleitfiguren, links der hl. Modestus, rechts die hl. Crescentia (der Legende nach die Amme und der Erzieher des hl. Vitus) aus der Zeit um 1520/30.

Die Fresken im Chorraum

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Rie03_Chor_ges_0070.jpg



Das zentrale Fresko zeigt einen jugendlichen Jesus als Zimmermann in der väterlichen Werkstatt. Es stammt von 1933 und ist mit „H. Jaeger“ signiert. Das linke, nördliche Emblem zeigt einen Rauchopferaltar mit dem Lemma „Aris imponit honores“ (Dt.: Er legt Opfergaben auf den Altar). Das rechte Emblem einen Baum, an dem ein Schlüssel hängt und dessen Tränen in drei Schalen aufgefangen werden. Das Lemma lautet “Et lacrymae prosunt” (Dt.: Auch Tränen sind von Nutzen).

Seitenaltäre
Die beiden Seitenaltäre stammen aus der Zeit des Kirchenbaus von 1730/5. Sie standen ursprünglich schräg und wurden bei der Renovierung 1898 geradegestellt und den Platzverhältnissen neben dem Chorbogen angepasst. Die Hauptfigur des linken Seitenaltars zeigt die Gottesmutter als Patrona Bavariae (Dt.: als Schutzfrau Bayerns), sie stammt aus der Mitte des 17. Jh. Im Auszug ist der hl. Franz Xaver dargestellt (1933?). Die Josefsfigur des rechten Seitenaltars stammt von 1898. In dessen Auszug – ebenfalls im neubarocken Stil (1933?) – findet man den hl. Blasius.

Marienaltar



Josefsaltar


Hauptfresko und begleitende Fresken



Die Fresken im Langhaus sind wohl um 1760/70 entstanden. Das Hauptfresko zeigt die Glorie des hl. Vitus (als junger Mann im Zentrum) mit Crescentia und Modestus (darunter). Es ist von zwei Emblemen begleitet. Das südliche zeigt den widererstehenden Vogel Phönix mit dem Lemma „Periit ut vivat“ (Dt.: Er stirbt, um zu leben), das nördliche einen Regenbogen über einer Phantasielandschaft mit dem Lemma „In signum faederis adsum“ (Dt.: Als Zeichen des Bundes bin ich da). Ein drittes, kleineres Emblem westlich zeigt einen Löwen, der seine Tatze auf ein Lamm legt, mit dem Lemma „Parcere subiectis“ (Dt.: Die Untergebenen zu schonen).

Kanzel



Die Kanzel stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Der Kanzelkorb ist mit den vier Evangelisten im Dreiviertelrelief geschmückt, auf dem Schalldeckel thront ein Posaunenengel.

Darstellungen an der Empore


Abendmahl an der unteren Empore (hier in höherer Auflösung)


Hl. Alban an der oberen Empore (hier in höherer Auflösung)


               Apostelbilder an der unteren Empore (v. r. n. l.)



               Apostelbilder an der oberen Empore (v. r. n. l.)

Die beiden Gemälde an den Emporenbrüstungen dürften um 1740 geschaffen worden sein. Unten ist das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern dargestellt, oben die Predigt und das Martyrium des hl. Alban, der im 5. Jh. in Rom, Mailand, Augsburg und zuletzt Mainz gewirkt haben soll. Die Legende erzählt, dass er nach seiner Enthauptung seinen Kopf selbst an die Stelle getragen haben soll, wo er bestattet werden wollte. Auf der Säule neben der großen Hauptfigur steht als Inschrift „S. Albanus epilepticorum solatium“ (Dt.: Hl. Alban, Trost der Epileptiker). Markant wirken auch die Porträts der zwölf Apostel im Stil von Giovanni Battista Piazzetta (1683–1754), die die beiden Gemälde flankieren.

Figuren im Kirchenraum



Das die Südwand beherrschende große Kreuz ist einem romanischen Vorbild nachempfunden, es wurde wie die Schmerzensmutter darunter im 18. Jahrhundert geschaffen. Die Figur des hl. Blasius an der nördlichen Chorwand ist auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zu datieren.

Glasfenster



Die farbigen Glasfenster wurden 1886 angeschafft. Die beiden Fenster im Chor haben als Motiv Jesus und Maria mit ihrem heiligen Herzen. In den Rundfenstern der Empore findet man die Darstellungen der vier Evangelisten. Die übrigen Fenster im Langhaus haben florale Ornamente.

Kreuzwegstationen



Erste Kreuzwegstationen (aus Gips) kamen 1898 in die Kirche. Sie wurden im Zuge der Renovierung 1956/8 ersetzt.

Orgel
Für das Jahr 1818 wird in der Chronik die Anschaffung einer neuen Orgel erwähnt. 1906 wurde sie durch eine neue der Fa. Mühlbauer (Augsburg) ersetzt. 1995 wurde sie renoviert.

Glocken
Das Geläut besteht aus vier Glocken. Die Chronik erwähnt, dass 1752 in Augsburg eine große Glocke gegossen wurde. Sie wurde 1811 durch eine neue ersetzt. Für 1876 werden drei neue Glocken angeschafft und geweiht:
1) Die Vitusglocke mit einem Gewicht von 13 Zentner. Inschrift: “Der Namen des Herrn sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. – Alois Baumann Pfarrer und Dekan, C. Kroiß Lehrer, Joh. Gammel Bürgermeister, Math. Gail Beigeordneter“
2) Die Blasiusglocke (8 Zentner); Inschrift: ” Vor Blitz und Unwetter Erlöse uns, Herr Jesus Christ! – Eustach Kirchberger Kassier, Mathias Röll, Simon Straßer.“
3) Die Marienglocke (4 Zentner), gegossen von Hermann Menningen; Inschrift: “Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt’ für uns!“
Außerdem wurde ein eiserner Glockenstuhl angeschafft und der Turm ertüchtigt.
Die Marien-Glocke musste am 28. August 1917 während des ersten Weltkriegs abgegeben werden, ein Einschmelzen der Vitusglocke wurde abgewendet. 1930 wurde eine neue kleine Glocke angeschafft (Fa. Wohlfahrt, Lauingen). am 16.3.1942 wurden die Glocken wegen des Krieges vom Turm genommen. 1946 wurden zwei neue Glocken zu 13,5 und 7 Zentner aus Lauingen erworben. 1971 wurde ein elektrisches Läutwerk installiert. 1997 wurde der Glockenstuhl renoviert.

Pfarrhof
Der Pfarrhof brannte im Dreißigjährigen Krieg völlig ab. 1664 begannen die Arbeiten am Wiederaufbau. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde er durch die kaiserlichen und englischen Truppen im Jahr 1704 erneut gebrandschatzt. 1710 erfolgte der Neubau, der 1857 und zuletzt 1986/87 saniert wurde. Die Wandmalereien im Obergeschoß stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Sonstiges Erwähnenswertes aus der Kirchenchronik
– 1767 wurde Antonio Calligari zur Primiz von seinen Eltern ein Festkelch (Augsburger Arbeit) geschenkt. Er ist noch heute im Besitz der Pfarrei.
– 1799 wurde von Pfr. Schar und Fam. Gail (Jungerbaur) eine Monstranz für die Pfarrkirche gestiftet.
– 1822 stiftete Familie Sandmeier (Weber) einige goldbestickte Messgewänder.

Literatur

Paula, Georg / Bollacher, Christian: Landkreis Aichach-Friedberg. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler. München: Lipp 2012.

Böck, Monika / Wachinger, Maria: Rieden. Ländliche Anwesen und deren Geschichte, hrsg. v. Heimatkundlichen Kreis Dasing.

Bushart, Bruno / Paula, Georg: Bayern III Schwaben. (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler) 2., überarb. Aufl., München: Deutscher Kunstverlag 2008.

Festschrift zur Priesterweihe und Primiz von Daniel Reichel, hrsg. v. Kath. Pfarramt Dasing, 2007.

von Bezold, Gustav / Riehl, Berthold: Die Kunstdenkmale des Regierungsbezirkes Oberbayern. I. Theil: Stadt u. Bezirksamt Ingolstadt, Bezirksämter Pfaffenhofen, Schrobenhausen, Aichach, Friedberg, Dachau. München, Wien: Oldenbourg 1982 (ND der Ausg. München 1895).


Kirchenverwaltung Laimering

Mitglieder

Für die Wahlperiode 2019 bis 2024 wurden gewählt:

Klitzing Oliver (Kirchenpfleger)
Fiehl Peter
Rohrmoser Joseef jun.
Sandmair Hubert

Was ist die Kirchenverwaltung?

Die Kirchengemeinden, die jeweils Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, bilden gleichzeitig je für sich einen gemeindlichen kirchlichen Steuerverband.
Die Kirchenverwaltung (KV) ist ein Organ des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes.

Aufgaben der Kirchenverwaltung:

1. Erhebung und Verwaltung des Kirchengeldes

2. Antragsstellung bei Erhebung eines gestaffelten Kirchengeldes

3. Bestimmung der Fälligkeit des Kirchengeldes

4. Aufstellung, Beratung und Beschlußfassung des Haushaltsplanes des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes

5. Anerkennung der Jahresrechnung des gemeindlichen kirchlichen Steuerverbandes

6. Bestellung und Entsendung eines Mitglieds in die Gesamtkirchenverwaltung

7. Bestellung und Entsendung eines für die Wahl der weltlichen Vertreter des Diözesansteuerausschusses

8. gewissenhafte Verwaltung des örtlichen Kirchengemeindevermögens, insbesondere bestehender kirchlicher Friedhöfe.

Detailinformationen über weitere Themen zur Kirchenverwaltung sind in der „Ordnung für kirchliche Stiftungen“ unter II. Satzung für die gemeindlichen kirchlichen Steuerverbände in den bayer. (Erz-)Diözesen (GStVS) Zweiter Abschnitt niedergelegt.

Pfarrgemeinderat Laimering

Mitglieder

Monika Messner (Vorsitzende)
Claudia Ankner
Katharina Ankner
Andrea Asum
Christine Asum
Sonja Römmelt
Christine Rohrmoser
Franziska Tomasini

Was ist der Pfarrgemeiderat?

1. Der Pfarrgemeinderat ist laut Satzung der Diözese Augsburg in sinngemäßer Anwendung des Dekretes über die Hirtenaufgabe der Bischöfe der vom Bischof eingesetzte Pastoralrat der Gemeinde und das vom Bischof anerkannte Organ im Sinne des Konzildekretes über das Apostolat der Laien zur Koordinierung des Laienapostolates in der Pfarrgemeinde und zur Förderung der apostolischen Tätigkeit der Gemeinde.

2. In jeder Pfarrei ist ein Pfarrgemeinderat zu errichten. Ausnahmeregelungen in vikarierten kleineren Gemeinden bedürfen der Zustimmung des Bischofs.

3. Die Amtszeit beträgt vier Jahre

Aufgaben

Der Pfarrgemeindrat dient dem Aufbau einer lebendigen Gemeinde durch die Verwirklichung des Heils- und Weltauftrags der Kirche. Als Pastoralrat berät und unterstützt er den Pfarrer in seinen Aufgaben, als Organ des Laienapostolats wird er, ohne in die Eigenständigkeit der Gruppen und Verbände in der Pfarrgemeinde einzugreifen, in eigener Verantwortung tätig.

Detais sind in den § 1 bis 11 der Satzung für die Pfarrgemeinderäte in der Diözese Augsburg niedergelegt.

Sitzungen des Pfarrgemeinderates:
Die Sitzungen des Pfarrgemeinderates sind öffentlich (ausgenommen bei der Behandlung von Personalfragen).

Die Sitzungstermine werden in Abstimmung mit den Mitgliedern festgelegt. Es finden jedoch mindestens vier Sitzungen pro Kalenderjahr statt.
Zu außergewöhnlichen Anlässen können zusätzliche Treffen vereinbart werden.

Die Sitzungstermine und die dazugehörige Agenda werden an den Pfarrkirchen veröffentlicht.

Pfarrkirche St. Georg


Anschrift der Kirche
Riedener Str. 11
86453 Dasing OT Laimering

Öffnung
Die Kirche ist tagsüber geöffnet.

Patrozinium
Hl. Georg (280 ?– 305?), Gedenktag: 23. April

Geschichtliches
Die Ortschaft Laimering dürfte eine Gründung aus der Merowingerzeit (6./7. Jahrhundert) sein. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens findet im Zeitraum 1200–1208 statt. Pfalzgraf Otto VIII. übertrug Besitz in Laimering an Graf Berthold I. von Graisbach zur Weitergabe an das Kloster St. Ulrich und Afra. Das Benediktinerkloster übte im 13. Jahrhundert auch das Patronatsrecht über die Kirche in Laimering aus.

Baugeschichte
Das Patrozinium des Hl. Georg lässt vermuten, dass Laimering schon früh, das heißt im 11. oder 12. Jahrhundert eine Kirche besaß. Die heutige Kirche wurde in ihrer Grundform im 18. Jahrhundert erbaut und 1790 durch Weibischof Johann Nepomuk August Ungelter von Deisenhausen geweiht. 1894/5 fand eine Erweiterung um eine Achse nach Westen statt. Die Pläne dazu lieferte Distrikttechniker A. Lumper (nach Vorarbeiten von Xaver Ilg aus Friedberg). Parallel dazu wurde ab 1893 auch die Ausstattung der Kirche komplett erneuert: 1) Ausmalung 1895/6 durch Balthasar Lacher, 2) Glasgemälde 1894 durch Joseph Peter Bockhorni (heute nicht mehr in der Kirche), 3) neugotischer Taufstein 1896 von Gabriel und Xaver Ketterle (nicht erhalten), 4) neuromanische Altäre 1893/6, 5) Kreuzweg 1893 der Mayer’schen Kunstanstalt (München). Die Kirche wurde im
Weitere Renovierungen fanden 1933 (innen), 1955/6 (Turmkuppel) statt. Ab 1971 erfolgte noch einmal eine umfassende Renovierung außen und innen, in deren Zuge die Sakristei und das Vorhaus neu aufgebaut wurden. Das Turmfundament wurde verstärkt und die Mauern isoliert. Auch eine Kirchenheizung wurde eingebaut, Die historistische Ausstattung wurde beseitigt und an der Decke wurde das barocke Fresko von Joseph Mangold d. Ä. (?) wieder freigelegt. 1900 fand eine Außen-, 2003 eine Innenrenovierung inklusive der Orgel statt.

Hochaltar
Der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre (samt Altarbildern und den Begleitfiguren des Hochaltars) sind eine Dauerleihgabe der Pfarrei Nordendorf (Lkr. Augsburg), wo eine alte Jakobuskirche abgebrochen wurde. Sie sind dem Anfang des 18. Jh. zuzuordnen. Im Zuge der Renovierung in den 1970’er Jahren kamen sie nach Laimering. Das Hochaltarbild zeigt den Hl. Jakobus d. Ä. mit einer Stifterfigur, wohl Gräfin Maria Eva Dorothea Fugger, Marschallin von Pappenheim († 1739). Hier finden Sie das Bild in höherer Auflösung. Die Begleitfiguren sind links die Hl. Anna (als „Anna Selbdritt“ mit ihrer Tochter Maria und ihrem Enkel Jesus) und rechts der hl. Joachim.