Filialkirche St. Michael, Zieglbach




Anschrift der Kirche
St.-Michael-Str. 13
86453 Dasing OT Zieglbach

Öffnung
Die Kirche ist nur zu den Gottesdiensten geöffnet.

Ortsgeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Zieglbach datiert auf das Jahr 1121: Friedrich von Wellenheim verkaufte ein kleines Gut in Zieglbach an einen Kanoniker des Domkapitels in Augsburg.
Das Augsburger Domkapitel übte danach lange Zeit das Patronatsrecht aus. Noch 1883 galt Zieglbach als eigene zum Domkapitel Augsburg gehörige Pfarrei. Das Präsentationsrecht des Domkapitels wurde seit langer Zeit allerdings in der Form ausgeübt, dass immer der Pfarrer vorgestellt wurde, den der Bayerische Kurfürst zuvor als Pfarrer in Wessiszell bestätigt hatte.

Die Kirche
Die heutige, um 1686 errichtete Kirche ist der Nachfolger eines gotischen Baus. An den flachgedeckten Saalbau ist ein nur wenig eingezogener, halbrund geschlossener Chor angefügt. Außen wird die Fassade durch Lisenen gegliedert, im Inneren durch Pilaster.
Die Kirche hat keinen Turm, dafür aber einen stattlichen, mit der Westfassade bündigen Dachreiter, auf den ein kurzes Oktogon mit einer Zwiebelhaube gesetzt ist (1979 erneuert).
Restaurierungen erfuhr die Kirche in den Jahren 1860 (innen), 1922/1923 (innen) durch Rudolf Hotter, ab 1934 und ab 1979 (außen und innen).
Ursprünglich war die Kirche dem hl. Nikolaus geweiht. Wann der hl. Erzengel Michael zum Patron der Kirche erhoben wurde, ist unbekannt.

Innenaustattung

Der Hochaltar
Die Altäre und die Kanzel sind aus der Erbauungszeit Ende des 17. Jh. Der Hochaltar stellt den hl. Michael dar, ihm sind der hl. Christopherus und Johannes der Täufer seitlich beigegeben. Die Figuren wurden von Lorenz Luidl geschaffen. Im Auszug ist Gottvater dargestellt.


Der linke Seitenaltar
Die Muttergottes im linken Seitenaltar wird auf 1500/1510 datiert. Der hl. Ägidius auf der seitlichen Konsole stammt aus derselben Zeit. Im Auszug eine Figur des Evangelisten Johannes. Unterhalb des Altarfeldes zwei Figuren, die die Verkündigung an Maria darstellen.


Der rechte Seitenaltar
In seinem Zentrum steht die Figur des hl. Nikolaus. Unterhalb steht ein Bildnis der hl. Anna selbdritt. Der hl. Erasmus auf der Seitenkonsole stammt aus derselben Zeit wie der korrespondierende hl. Ägidius am linken Seitenaltar.


Die Kanzel


Figuren im Gemeinderaum
Besondere Erwähnung verdienen die den Innenraum dominierende Rosenkranzmadonna (Anfang 16. Jh.) sowie die auf Kniehöhe abgeschnittene Figur des hl. Michael aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ursprünglich stand sie mit einer Krone und Posaune ausgestattet auf dem Kanzeldach (s. Kunstdenkmale Oberbaiern, S. 261).


Figuren im Chor


Aposteldarstellungen an der Emporenbrüstung


Weiteres


Quellen
Paula, Georg / Bollacher, Christian: Landkreis Aichach-Friedberg. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler. München: Lipp 2012.

Bushart, Bruno / Paula, Georg: Bayern III Schwaben. (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler) 2., überarb. Aufl., München: Deutscher Kunstverlag 2008.

von Bezold, Gustav / Riehl, Berthold: Die Kunstdenkmale des Regierungsbezirkes Oberbayern. I. Theil: Stadt u. Bezirksamt Ingolstadt, Bezirksämter Pfaffenhofen, Schrobenhausen, Aichach, Friedberg, Dachau. München, Wien: Oldenbourg 1982 (ND der Ausg. München 1895).

Kath. Pfarramt Dasing (Hrsg.): Festschrift zur Priesterweihe und Primiz von Daniel Reichel am 30. Juni 2007 im Dom zu Freising und am 8. Juli 2007 in Dasing.