Kirche St. Vitus Rieden

Die Pfarrkirche St. Vitus in Rieden

Der Pfarrhof fiel den Wirren des Krieges zum Opfer und brannte bis auf die Grundmauern ab. 1664 begannen die Arbeiten am Wiederaufbau des Pfarrhofes. Schon 1704 ereilte erneut ein Brand den Pfarrhof und den zugehörigen Stadel. Diesmal waren es die Kaiserlichen und deren Verbündete Engländer, die das Feuer legten.

Mit der Weihe der Kirche im Jahre 1735 durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayr wurde die Kirche wieder in der Dorfgeschichte erwähnt. Das Langhaus wurde scheinbar erweitert und stammt aus den frühen Jahren des 18. Jahrhunderts. Der vordere und damit ältere Teil stammt aus der gotischen Kunstepoche.

Die große Figur des Gekreuzigten wurde einem romanischen Vorbild nachempfunden.

Eine der alten Glocken des Geläutes datiert aus dem Jahre 1752. Sie wurde in einer Glocken-gießerei in Augsburg gegossen.

Am 26. Juli 1767,am Annafest, ereignete sich ein furchtbares Unglück: der Kirchturm von St. Vitus stürzte aus bisher ungeklärten Gründen ein und begrub den Röllenhof unter sich.

Der damalige Pfarrer, Georg Asam, begann im Jahre 1788, noch 14 Jahre vor Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Bayern, die Kinder im Lesen und Schreiben zu unterrichten.

Im Jahre 1799 wurde eine Monstranz für die Pfarrkirche gestiftet. Wer der edle Spender war ist nicht mehr bekannt.

Die alte Orgel wurde im Jahre 1818 durch eine neue ersetzt.

1822 stiftete der Weber Sandmeier ein goldbesticktes Messgewand.

Ab dem Jahre 1876 riefen, nach der Weihe neue Glocken die Gläubigen zum Gebet.

Ein wichtiges Datum war für die Bewohner von Rieden der Begin der Restaurierung des Gotteshauses im Jahre 1898.

88 Jahre lang begleitete die Orgel die Gläubigen beim ehrfürchtigen Gebet und Gesang in der Kirche – 1906 wurde die alte Orgel durch eine neue ersetzt.

Der erste Weltkrieg forderte auch von den Kirchen seinen Obolus. So wurde am 28.August 1917 die kleine Glocke während der Messfeier vom Turm genommen, anschließend eingeschmolzen und zum Gießen von Geschützen verwendet.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurden verschiedene Beschaffungen und Renovierungsarbeiten an der Kirche durchgeführt:

Einbau eines elektrischen Läutwerks, Erneuerung der Sakristei, Außenrenovierung der Kirche, Innenrenovierung der Kirche, Renovierung der Kirchenorgel, Renovierung des Glockenstuhls und die Renovierung des Dachs des vorderen Kirchenschiffs.

Heute ist St. Vitus in Rieden, St. Georg in Laimering, die Unschuldigen Kinder von Wessizell und deren Filialen St. Peter und Paul in Tattenhausen und St. Michael in Ziegelbach, Mariä Verkündigung in Taiting mit der Filialkirche St. Nikolaus in Bitzenhofen und die Filialkirche St. Franziskus Mitglied in der Pfarreiengemeinschaft von St. Martin in Dasing.

Eine Führung durch das Gotteshaus:

Das Gotteshaus, welches dem Hl. Vitus geweiht ist steht heute auf einem kleinen Hügel mitten im Dorf. An die Westseite des Langhauses ist der barocke Zwiebelturm angebaut. Von Süden her betritt man durch einen kleinen Vorbau das Gotteshaus. Um die Kirche herum ist der Gottesacker ausgebreitet.

Wenn man das Gotteshaus betritt beeindrucken auf den ersten Blick im gotischen Chorraum der barocke Hochaltar und die beiden Seitenaltäre.

Über dem Volksaltar kann man ein Deckengemälde sehen, welches den kindlichen Jesus als Zimmermann darstellt. Weiter sind 2 Medaillons mit folgenden latainischen Aufschriften zu sehen:

ARIS IMPONIT HONORES … d.h.
… ET LAKRYMÆ PROSUNT d.h. und Tränen befruchten.

Die beiden Seitenaltäre stehen bereits im Langhaus der Kirche.

Zur Linken der Marienaltar mit der Figur der Muttergottes und darüber einer Darstellung des Hl. Johannes von Nepomuk.

Die Südwand beherrscht ein Kreuz mit der am Fußende stehenden Schmerzensmutter.
Daneben ist eine Statue des Hl. Bruder Konrads auf einem kleinen Podest aufgestellt.

Eine zweistöckige Empore beschließt das Gotteshaus im Westen. Bilder der Apostel und zwei großflächige Bilder zieren jeweils die Emporen.

Doppelempore auf der Westseite des Kirchenschiffes. Links unter der ersten Empore ist der Eingang zur Kirche.

Die runden Bilder zeigen 12 Apostel:

Auf der ersten Empore lassen zwei bunte und runde Glasfenster mit der Darstellung der vier Evangelisten helles Licht eintreten.

Die Decke des Langhauses zieren, neben dem großen Gemälde, zwei Medaillons mit den Aufschriften:

PERIIT UT VIVAT d.h. Er stirbt um zu leben.
IN SIGNUM FÆ DIS ADSUM d. h. Im Zeichen des Bundes bin ich da.

Das große Deckengemälde stellt die glorreiche Aufnahme Mariens in den Himmel dar.

Leider ist unsere Kirche nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet, aber ein Anruf bei unserem Mesner könnte Ihnen das Gotteshaus öffnen!